frauenHAFT in der Leistikowstraße: Gedenken und Ausstellungseröffnung in Potsdam


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Ein eindringlicher Ausstellungstag in der Leistikowstraße
Am 15. August 2026 verbindet die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam das öffentliche Gedenken an die Inhaftierten des ehemaligen sowjetischen Geheimdienstgefängnisses mit der Eröffnung der Wanderausstellung frauenHAFT. Sowjetische Repression und DDR-Strafvollzug (1945-1956). Der Ort selbst, einst Pfarrhaus, später Untersuchungsgefängnis und heute Bildungs- und Erinnerungsort, verleiht der Veranstaltung eine außergewöhnliche historische Dichte.
Erinnerung an einen Ort des Unrechts
Die Leistikowstraße ist kein neutraler Ausstellungsraum, sondern ein authentischer Geschichtsort. Hier verschränken sich Architektur, Raumwirkung und Zeitgeschichte zu einer intensiven Werkbetrachtung, die über das reine Sehen hinausgeht. Wer die Ausstellung besucht, begegnet einer Gedenkstätte, die die Biografien von Frauen in den Mittelpunkt rückt, die durch sowjetische Militärtribunale verurteilt, in Speziallagern interniert und später oft im DDR-Strafvollzug weiter inhaftiert wurden.
frauenHAFT: Biografien, Bilder und Zeugnisse
Die Ausstellung frauenHAFT ist ein gedenkstättenübergreifendes Projekt der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Im Zentrum stehen zwölf biografische Porträts, ergänzt durch Fotos, Zeitzeuginnenberichte und Erinnerungsstücke. Diese kuratorische Entscheidung verleiht der Schau eine besondere Glaubwürdigkeit: Einzelne Lebenswege machen die Strukturen von Repression, Haftbedingungen und Zwang sichtbar, ohne die persönliche Würde der Betroffenen aus dem Blick zu verlieren.
Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf die Selbstbehauptung der Inhaftierten. Die Ausstellung erzählt nicht nur von Verfolgung und Leid, sondern auch von Solidarität, Überleben und Erinnerung. Damit eröffnet sie einen wichtigen Zugang zur historischen Bildung und zur Auseinandersetzung mit der Nachkriegsgeschichte in Deutschland.
Kuratorische Perspektive und Bildungswert
Die Ausstellung ist eng mit Forschung, museumspädagogischen Angeboten und der Erinnerungsarbeit vor Ort verbunden. Die Gedenkstätte versteht sich als modernes zeithistorisches Museum sowie als Bildungs-, Forschungs- und Gedenkort. Genau darin liegt ihre Stärke: Besucherinnen und Besucher erhalten nicht nur historische Informationen, sondern eine ästhetische Erfahrung, die reflektiert, berührt und nachhaltig wirkt.
Ergänzend zur Ausstellung bietet die Gedenkstätte Führungen, pädagogische Materialien und einen 360-Grad-Rundgang an. So wird aus dem Besuch ein vertiefendes Kunsterlebnis im weiteren Sinn - als Begegnung mit historischen Quellen, Räumen und Erzählungen.
Ein Ort mit besonderer Atmosphäre
Die Ausstellungsatmosphäre in der Leistikowstraße ist geprägt von Stille, Authentizität und historischer Präsenz. Das ehemalige Gefängnisgebäude, die Spuren der sowjetischen Nutzungszeit und der Geschichtspfad durch das frühere Militärstädtchen Nr. 7 formen eine Umgebung, in der Erinnerung nicht abstrakt bleibt. Gerade diese räumliche Verdichtung macht den Besuch so eindrucksvoll.
Für Interessierte an Zeitgeschichte, Frauenbiografien, Gedenkkultur und politischer Bildung bietet die Ausstellung einen seltenen, tiefgehenden Zugang zu einem fast vergessenen Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Fazit
Mit dem Gedenken an die Inhaftierten und der Eröffnung von frauenHAFT entsteht in Potsdam ein Veranstaltungsmoment von großer historischer und emotionaler Kraft. Wer die Ausstellung live besucht, erlebt nicht nur eine kunstvoll und sachlich kuratierte Präsentation, sondern auch einen eindringlichen Ort der Erinnerung. Ein Besuch lohnt sich für alle, die Geschichte nicht nur verstehen, sondern in ihrer räumlichen und menschlichen Tiefe erfahren möchten.
Offizielle Kanäle von Gedenkstätte Leistikowstraße Potsdam:
- Instagram: https://www.instagram.com/leistikowstrasse.potsdam/
- Facebook: https://de-de.facebook.com/leistikowstr/
- YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCBfYSrLmsbfasMU_a5KGOEA
- Website: https://www.leistikowstrasse-sbg.de/










