Achtung Eule! im Naturkundemuseum Potsdam: Ein Zeichen für den Naturschutz


Datum und Uhrzeit
Veranstaltungsort
Tickets
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Eine Eule als Zeichen: Naturschutzgeschichte im Naturkundemuseum Potsdam
Die Sonderausstellung Achtung Eule! Ein Zeichen für den Naturschutz widmet sich einem der bekanntesten deutschen Naturschutzsymbole. Im Naturkundemuseum Potsdam erzählt die Schau die Geschichte von Erna und Kurt Kretschmann aus Bad Freienwalde, die Ende der 1940er-Jahre gemeinsam mit Gleichgesinnten das Motiv einer schwarzen Waldohreule auf gelbem Grund entwickelten.
Zwischen Grafik, Erinnerung und Umweltgeschichte
Die Ausstellung macht sichtbar, wie aus einer stilisierten Tierdarstellung ein weithin vertrautes Zeichen geschützter Natur wurde. Historische Fotografien, originale Eulenschilder, Dokumente sowie Film- und Hörbeiträge führen durch die Entstehung, Gestaltung und Verbreitung des Symbols. Dabei verbindet die Kuratierung Grafikgeschichte mit DDR-Geschichte, Naturschutzpraxis und kultureller Erinnerung.
Erna und Kurt Kretschmann: Pioniere des Naturschutzes
Im Mittelpunkt stehen das bewegte Leben des Ehepaares und ihr Engagement für den Naturschutz. Die schwarze Eule erschien bereits im Oktober 1949 in gedruckter Form und wurde durch das Naturschutzgesetz der DDR von 1954 zum offiziellen Zeichen geschützter Natur. Erst in den 1980er-Jahren erhielt sie ihre bis heute bekannte Gestaltung mit gelbem Hintergrund.
Ein Symbol mit politischer und gesellschaftlicher Wirkung
Die Werkbetrachtung zeigt, dass ein Naturschutzzeichen weit mehr als eine grafische Markierung sein kann. 1991 regte die Umweltministerkonferenz an, die Eule bundesweit zu verwenden. Damit wurde das Motiv zu einem verbindenden Zeichen über die deutsche Teilung hinweg, auch wenn westdeutsche Bundesländer weiterhin den Seeadler im grünen Dreieck verwendeten.
Ästhetische Erfahrung und kulturelle Bildung
Die Ausstellungsatmosphäre entsteht aus dem Zusammenspiel von klarer Zeichenform, historischen Bildquellen und persönlichen Lebensgeschichten. Die reduzierte Silhouette der Eule wirkt unmittelbar und prägnant; zugleich öffnet sie den Blick auf Fragen nach Verantwortung, Landschaftsschutz und dem Verhältnis von Mensch und Natur. Das Kunsterlebnis verbindet visuelle Kultur, politische Bildung und naturkundliche Vermittlung.
Begleitprogramm und verlängerte Laufzeit
Führungen mit den Kuratorinnen und Kuratoren vertiefen die Geschichte des Symbols und ordnen die Exponate in die Entwicklung des DDR-Naturschutzes ein. Wegen des großen Interesses wurde die Ausstellung bis zum 28. März 2027 verlängert. Sie ist von Dienstag bis Sonntag sowie am ersten Montag im Monat von 9 bis 17 Uhr zugänglich.
Fazit: Naturschutz als sichtbare Haltung
Besucherinnen und Besucher erwartet eine konzentrierte, historisch fundierte Ausstellung über ein kleines Zeichen mit großer Wirkung. Achtung Eule! lädt zur ästhetischen Erfahrung, zur kritischen Werkbetrachtung und zur Auseinandersetzung mit heutiger Umweltverantwortung ein. Wer verstehen möchte, wie Gestaltung gesellschaftliche Erinnerung prägt, erlebt hier ein eindrucksvolles Stück Kultur- und Naturschutzgeschichte.
Offizielle Kanäle von Naturkundemuseum Potsdam:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.naturkundemuseum-potsdam.de









