Leben nach der Haft: Kuratorinnenführung in der Gedenkstätte Lindenstraße Potsdam


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Erinnerungen, Brüche und Neubeginn: Kuratorinnenführung in der Gedenkstätte Lindenstraße
Die Kuratorinnenführung durch die Sonderausstellung „Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten“ eröffnet am 1. Dezember 2026 einen vertieften Zugang zu den Lebensgeschichten politischer Gefangener der DDR. Kuratorin Martina Reimann erläutert die historischen Zusammenhänge und führt durch eine Ausstellung, die den Blick auf die oft lebenslangen Folgen politischer Haft richtet.
Wenn die Haft nach der Entlassung weiterwirkt
Im Mittelpunkt stehen die Schilderungen von 20 ehemaligen politischen Gefangenen, die in der Untersuchungshaftanstalt Potsdam, in der Strafvollzugsanstalt Cottbus oder an beiden Orten inhaftiert waren. Ihre Biografien erzählen von beruflichen Brüchen, familiären Trennungen, psychischen Belastungen und den langen Wegen persönlicher Aufarbeitung.
Biografische Zeugnisse und persönliche Erinnerungsstücke
Die Ausstellung verbindet bisher unbekannte Interviewsequenzen mit persönlichen Erinnerungsstücken und charaktervollen Porträts des Fotografen Göran Gnaudschun. Dadurch entsteht eine eindringliche Ausstellungsatmosphäre, in der historische Forschung und individuelle Erinnerung unmittelbar aufeinandertreffen. Die Werkbetrachtung richtet sich nicht auf Kunst im engeren Sinn, sondern auf die ästhetische und dokumentarische Gestaltung von Zeitzeugenschaft.
Historische Einordnung und kulturelle Bildung
Die Gedenkstätte Lindenstraße war während der DDR ein Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit für den Bezirk Potsdam. Die Führung ordnet die persönlichen Erfahrungen in die Geschichte politischer Verfolgung und Repression ein. Zugleich macht sie sichtbar, wie politische Haft Familien, soziale Beziehungen und berufliche Lebenswege über Jahrzehnte prägen konnte.
Ein begrenztes Kunsterlebnis der Erinnerung
Die Führung ist auf maximal 20 Teilnehmende begrenzt und bietet Raum für eine konzentrierte Auseinandersetzung mit den präsentierten Stimmen. Die Verbindung aus Zeitgeschichte, Oral History, Fotografie, Installation und musealer Kuratierung schafft ein nachdenkliches Kunsterlebnis und eine intensive ästhetische Erfahrung am historischen Ort.
Die Kuratorinnenführung lädt dazu ein, Geschichte nicht als abgeschlossene Epoche zu betrachten, sondern als Gegenwartserfahrung der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Wer politische Verfolgung, Erinnerungskultur und die Nachwirkungen der SED-Diktatur verstehen möchte, erlebt hier eine fachkundige und berührende Führung. Eine Anmeldung unter info@gedenkstaette-lindenstrasse.de wird empfohlen.
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