Leben nach der Haft: Telefonführung durch die DDR-Sonderausstellung in Potsdam


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Geschichte, die nach der Haft weiterwirkt: Eine Telefonführung aus der Gedenkstätte Lindenstraße
Die Telefonführung Bei Anruf Kultur eröffnet am 24. November 2026 einen besonderen Zugang zur Sonderausstellung „Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten“. Kuratorin Martina Reimann vermittelt am Telefon zentrale Themen, persönliche Geschichten und historische Zusammenhänge der Ausstellung in der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam.
Zwischen Erinnerung, Verlust und Neubeginn
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Lebenswege von 20 Menschen, die aus politischen Gründen in der DDR in der Untersuchungshaftanstalt Potsdam oder im Strafvollzug Cottbus inhaftiert waren. Ihre Berichte zeigen, dass politische Haft mit der Entlassung nicht endete. Berufliche Biografien wurden unterbrochen, Familien auseinandergerissen und körperliche, psychische, soziale sowie finanzielle Folgen über Jahrzehnte wirksam.
Persönliche Stimmen als historische Quelle
Die Ausstellung verbindet filmische Interviews, Fotografien, Dokumente und persönliche Erinnerungsstücke. Dadurch entsteht eine unmittelbare Werkbetrachtung, die historische Forschung mit individuellen Erfahrungen verknüpft. Die Besucherinnen und Besucher begegnen keinen abstrakten Zahlen, sondern Menschen mit ihren Erinnerungen, Verletzungen, Bewältigungsstrategien und Formen des Neubeginns.
Eine Ausstellung über Nachwirkungen politischer Repression
Besonders eindringlich ist der Blick auf familiäre Trennungen und die schwierige Aufarbeitung nach der Haft. Die Geschichte der Familie Kurth etwa erzählt von der Verhaftung der Eltern nach einem Ausreiseantrag, der Heimunterbringung der Kinder und dem Wiedersehen nach der Haft. Auch körperliche und psychische Folgen werden sichtbar: Enge, verschlossene Türen und Geräusche können zu dauerhaften Erinnerungen werden.
Kulturelle Bildung am historischen Ort
Die Sonderausstellung entstand in Kooperation der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße mit dem Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. und versteht sich als Beitrag zur historisch-politischen Bildung. Die Telefonführung erweitert dieses Bildungsangebot um ein niedrigschwelliges, ortsunabhängiges Kunsterlebnis. Sie macht die Ausstellung auch für Menschen zugänglich, die nicht vor Ort sein können, und schafft Raum für konzentriertes Zuhören, Einordnung und ästhetische Erfahrung.
Fazit: Ein eindringlicher Zugang zur Zeitgeschichte
Die Telefonführung bietet eine informative und berührende Einführung in eine Ausstellung, die persönliche Erinnerung als Teil der deutschen Demokratie- und Diktaturgeschichte begreift. Kunstinteressierte, historisch Interessierte und alle, die sich mit Menschenrechten und politischer Repression auseinandersetzen möchten, erleben eine konzentrierte Werkbetrachtung aus der Perspektive der Kuratorin. Die kostenfreie Teilnahme eröffnet einen besonderen Zugang zu einem wichtigen Kapitel der DDR-Geschichte.
Offizielle Kanäle von Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.gedenkstaette-lindenstrasse.de/









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