Ehemaliger DDR-Grenzkontrollturm
(118 Bewertungen)

Potsdam

Bertinistraße 20, 14469 Potsdam-Nördliche Vorstadt, Deutschland

Ehemaliger DDR-Grenzkontrollturm | Fotos & Potsdam

Der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm an der Bertinistraße 20 in Potsdam gehört zu den Orten, an denen sich Landschaft, Erinnerung und Stadtgeschichte unmittelbar überlagern. Wer nach Fotos, Bildern oder historischen Details sucht, stößt hier nicht auf eine klassische Sehenswürdigkeit mit Kassenhaus und Ausstellungsfläche, sondern auf einen offenen Erinnerungsort am Jungfernsee. Genau das macht den Reiz aus: Der Blick auf das Wasser, die Nähe zu den Villen der Bertinistraße und die wenigen erhaltenen Spuren der Grenzanlage verdichten die Geschichte der deutschen Teilung auf engstem Raum. Das Potsdam Museum beschreibt die Bertinistraße als einen Bereich mit herrschaftlichen Häusern und Villen, der ab 1961 im Hinterland der Grenze lag; das Projekt „Grenze Potsdam“ ordnet den Ort als Teil des ehemaligen Sperrgebiets ein und erinnert an die Wassergrenze zwischen Ost und West. Damit ist der Kontrollturm heute weniger ein einzelnes Bauwerk als ein Schlüsselpunkt, an dem man die Entwicklung von der vornehmen Uferlage zum abgeschirmten Grenzraum nachvollziehen kann. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Fotos und Bilder vom ehemaligen DDR-Grenzkontrollturm

Die Suche nach Fotos und Bildern des ehemaligen DDR-Grenzkontrollturms ist verständlich, denn die Anlage besitzt eine starke visuelle Wirkung. Der Ort liegt an einer Uferlinie, an der Natur, Architektur und historische Brüche sehr nah beieinander liegen. Genau deshalb ist er in der lokalen Erinnerungskultur so präsent: Das Potsdam Museum zeigt den Standort in einem Beitrag zur Bertinistraße, während das Projekt „Grenze Potsdam“ an mehreren Stationen historische Aufnahmen, Karten und erläuternde Materialien zur Grenzsituation am Jungfernsee bereitstellt. Wer Bilder sucht, findet dort nicht nur ein einzelnes Bauwerk, sondern eine ganze Bildgeschichte des Grenzraums mit Pontonsperren, Kontrollbereichen, Uferveränderungen und Blickbezügen auf die gegenüberliegende Seite. Das ist für die heutige Wahrnehmung wichtig, denn der Turm wird selten isoliert betrachtet. Vielmehr steht er als Symbol für einen Abschnitt der Berliner Mauer, der nicht aus Beton in einer Innenstadt, sondern aus Wasser, Sperranlagen und Überwachung bestand. Gerade im Zusammenspiel mit den alten Villen, den ehemaligen Parkflächen und dem weiten See entsteht eine eindrucksvolle Kontrastwirkung, die auf Fotos besonders gut sichtbar wird. Historische Dokumentationen zeigen zudem, dass der heutige Blick auf den Ort nur verständlich ist, wenn man ihn mit seinen früheren Funktionen zusammenliest: Sicherheitsanlage, Grenzpunkt, Kontrollstation und Erinnerungsraum zugleich. Deshalb ist der Standort für Fotografie, Geschichtsinteresse und Stadtspaziergänge gleichermaßen spannend, auch wenn er bis heute eher ein stiller Ort des Nachdenkens als ein inszenierter Besuchermagnet ist. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Pass- und Zollkontrolle an der Bertini-Enge

Die eigentliche historische Bedeutung des Ehemaligen DDR-Grenzkontrollturms liegt in seiner Funktion als Teil der Wasser-Grenzübergangsstelle an der Bertini-Enge. Laut dem Projekt „Grenze Potsdam“ wurde 1964 an dieser Stelle ein Wasser-Grenzübergang eingerichtet, der der Pass- und Zollkontrolle des Binnenschifffahrtsverkehrs aus und nach West-Berlin diente. Die schmale Wasserpassage war für diesen Zweck besonders relevant, weil hier Schiffe auf ihrem Weg zwischen Potsdamer Havelraum, Jungfernsee und West-Berlin kontrolliert werden konnten. Zunächst versperrten zwei fest verankerte Kähne die Durchfahrt; ab 1974 wurden sie durch eine Schwimmsperre aus Pontons ersetzt, die mit versenkbaren Kettennetzen versehen war. Diese Konstruktion sollte ein Durchtauchen verhindern und machte deutlich, wie technisch aufwendig die Sicherung dieses Wassergrenzraums war. Das gesamte Territorium des Grenzübergangs umfasste laut Projektangaben rund 55 Hektar und wurde durch den Postenturm an der Bertini-Enge sowie einen weiteren Wachturm begrenzt. Vom Turm aus wurde eine Seilwinde bedient, mit der die Sperrnetze aus der Fahrrinne gezogen werden konnten, und Zoll- sowie Passkontrolleure durchsuchten die Transportschiffe mit Spürhunden. Zusätzlich war die Dieselhalle wichtig, weil sie die Stromversorgung für Beleuchtung, Signale, Sperranlagen und Alarm sicherstellte. Zum Dienstgebäude der Pass- und Zollabfertigung wurde das ehemalige Gebäude des ersten Potsdamer Wasserwerks genutzt; auf dem Gelände entstanden außerdem Aufenthaltsräume, eine Küche und eine Hundezwingeranlage. Die Anlage war also weit mehr als ein Beobachtungsturm: Sie war Teil eines hochorganisierten Kontrollsystems an einer der wichtigsten Wasserverbindungen zwischen Ost und West. ([grenze-potsdam.de](https://www.grenze-potsdam.de/stationen/s7de))

Bertinistraße, Jungfernsee und das Sperrgebiet der DDR

Um den Ort richtig einzuordnen, muss man die Bertinistraße und den Jungfernsee als historischen Landschaftsraum verstehen. Das Potsdam Museum beschreibt die Bertinistraße als ein Gebiet, das schon vor dem Mauerbau durch herrschaftliche Häuser, Villen und große Gartenanlagen geprägt war. Bis 1930 entstanden dort unter anderem die Villa Starck, die Villa Mendelssohn Bartholdy, die Villa Louis Hagen und die Villa Jacobs; gebaut wurden diese Anwesen von Bankiers, Industriellen und anderen wohlhabenden Eigentümern, die die besondere Lage am Wasser und die Nähe zu den königlichen Gärten schätzten. Mit dem Mauerbau 1961 änderte sich der Charakter des Orts radikal. Von 1961 bis 1990 lag die Bertinistraße mit dem gesamten Ufer des Jungfernsees im Hinterland der Grenze zu West-Berlin. Die Sperranlagen schnitten den öffentlichen Raum ab, machten aus Uferwegen einen Kontrollbereich und veränderten die Nutzung der Grundstücke tiefgreifend. Das Projekt „Grenze Potsdam“ erinnert außerdem daran, dass die Sperranlagen breite Schneisen durch den Neuen Garten schlugen und die historische Parkgestaltung beschädigten. Der heutige Blick auf den Jungfernsee, den Neuen Garten und die Bertinistraße ist daher immer auch ein Blick auf die Überlagerung von Kulturlandschaft und politischer Gewalt. Genau diese Spannung macht den Ort so besonders: Auf der einen Seite steht die elegante, parkähnliche Uferlandschaft des UNESCO-Welterbes, auf der anderen Seite die Erinnerung an die Abriegelung eines Bereichs, der einst öffentlich zugänglich war. Wer den Weg entlanggeht, erkennt deshalb nicht nur Architekturgeschichte, sondern auch, wie stark die deutsche Teilung in die Topographie Potsdams eingeschrieben wurde. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Was heute noch sichtbar und denkmalgeschützt ist

Heute ist der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm vor allem als Denkmal von Bedeutung. Das Projekt „Grenze Potsdam“ macht deutlich, dass der Postenturm an der Bertini-Enge unter Denkmalschutz steht und dass auch die erhaltenen Anlagen in der Dieselhalle zu den wenigen verbliebenen Bauteilen zählen. In den planungsrechtlichen Unterlagen der Landeshauptstadt Potsdam wird außerdem beschrieben, dass die Fläche der ehemaligen Grenzkontrollstelle auf den betreffenden Flurstücken im Dezember 2024 insgesamt unter Denkmalschutz gestellt wurde. Damit ist der Schutzumfang über einzelne Bestandteile hinaus erweitert worden und umfasst nun die Grenzanlagen der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die Grenzübergangsstelle Wasser an der Bertini-Enge mit Wachturm, Reste der Sperranlage, Beleuchtungsmasten, Spundwände und die Verlegung des Uferverlaufs. Solche Einträge sind wichtig, weil sie verdeutlichen, dass der historische Wert nicht nur im Turm selbst liegt, sondern im gesamten räumlichen Zusammenhang: in der alten Kaimauer, in den technischen Resten, im Uferverlauf und in der Lage der Kontrollanlagen. Der Denkmalwert ergibt sich aus der Zeugenschaft für die Geschichte und Topographie der deutschen Teilung. Gleichzeitig bleibt der Ort als Freiraum lesbar, weil nur noch wenige Überreste an die frühere Sperrzone erinnern. Gerade diese Mischung aus sichtbaren Spuren und absichtsvollem Schweigen erzeugt seine besondere Atmosphäre. Wer heute dort steht, sieht kein geschlossenes museales Ensemble, sondern eine Landschaft, in der die Vergangenheit nur an einzelnen Punkten hervortritt. Genau deshalb ist der Ort für Geschichtsinteressierte so eindrücklich: Er zeigt, wie Erinnerungsorte funktionieren, wenn sie nicht vollständig rekonstruiert, sondern in ihrer historischen Bruchstückhaftigkeit belassen werden. ([grenze-potsdam.de](https://www.grenze-potsdam.de/stationen/s7de))

Anfahrt, Spaziergang und Führungen zum historischen Grenzverlauf

Der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm lässt sich am besten als Teil eines historischen Spaziergangs erleben. Das Projekt „Grenze Potsdam“ bietet einen Audioguide und eine Stationenfolge, die von der Glienicker Brücke über Schwanenallee und Neuer Garten bis zur Bertinistraße führt. Die städtische Tour „Achtung, Sperrzone! Entlang des Potsdamer Grenzstreifens“ beschreibt denselben Zusammenhang und endet am damaligen Grenzkontrollpunkt an der Bertini-Enge. Für Besucherinnen und Besucher ist das besonders praktisch, weil dadurch nicht nur ein einzelner Punkt, sondern der gesamte frühere Grenzverlauf nachvollziehbar wird. Wer sich für Geschichte, Fotomotive und Stadtlandschaft interessiert, bekommt auf diesem Weg einen sehr guten Überblick über die Veränderungen zwischen 1961 und 1990. Die Stadt führt für den Rundgang eine Dauer von etwa zweieinhalb Stunden an und weist darauf hin, dass Tickets online, in den Tourist Informationen oder per E-Mail erhältlich sind. Auch wenn der Ort selbst kein klassisches Ausflugsziel mit Tagesbetrieb ist, lässt er sich sehr gut in einen Besuch von Glienicker Brücke, Neuer Garten und Jungfernsee einbauen. Für die Orientierung hilfreich sind außerdem die Informationsstelen entlang des ehemaligen Grenzstreifens, die im Rahmen des Projekts „Grenze Potsdam“ aufgestellt wurden. So entsteht ein Weg, der nicht nur an einen Kontrollturm erinnert, sondern an ein ganzes System aus Grenze, Kontrolle, Wasserverkehr und Stadtgeschichte. Wer den Ort besucht, sollte ihn deshalb als Teil einer größeren Erinnerungstopographie verstehen: als Verbindung von Geschichte, Landschaft und politischer Symbolik, die in Potsdam an kaum einem anderen Punkt so konzentriert zu erleben ist. ([potsdam.de](https://www.potsdam.de/de/veranstaltung/achtung-sperrzone-entlang-des-potsdamer-grenzstreifens-0))

Quellen:

Mehr anzeigen

Ehemaliger DDR-Grenzkontrollturm | Fotos & Potsdam

Der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm an der Bertinistraße 20 in Potsdam gehört zu den Orten, an denen sich Landschaft, Erinnerung und Stadtgeschichte unmittelbar überlagern. Wer nach Fotos, Bildern oder historischen Details sucht, stößt hier nicht auf eine klassische Sehenswürdigkeit mit Kassenhaus und Ausstellungsfläche, sondern auf einen offenen Erinnerungsort am Jungfernsee. Genau das macht den Reiz aus: Der Blick auf das Wasser, die Nähe zu den Villen der Bertinistraße und die wenigen erhaltenen Spuren der Grenzanlage verdichten die Geschichte der deutschen Teilung auf engstem Raum. Das Potsdam Museum beschreibt die Bertinistraße als einen Bereich mit herrschaftlichen Häusern und Villen, der ab 1961 im Hinterland der Grenze lag; das Projekt „Grenze Potsdam“ ordnet den Ort als Teil des ehemaligen Sperrgebiets ein und erinnert an die Wassergrenze zwischen Ost und West. Damit ist der Kontrollturm heute weniger ein einzelnes Bauwerk als ein Schlüsselpunkt, an dem man die Entwicklung von der vornehmen Uferlage zum abgeschirmten Grenzraum nachvollziehen kann. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Fotos und Bilder vom ehemaligen DDR-Grenzkontrollturm

Die Suche nach Fotos und Bildern des ehemaligen DDR-Grenzkontrollturms ist verständlich, denn die Anlage besitzt eine starke visuelle Wirkung. Der Ort liegt an einer Uferlinie, an der Natur, Architektur und historische Brüche sehr nah beieinander liegen. Genau deshalb ist er in der lokalen Erinnerungskultur so präsent: Das Potsdam Museum zeigt den Standort in einem Beitrag zur Bertinistraße, während das Projekt „Grenze Potsdam“ an mehreren Stationen historische Aufnahmen, Karten und erläuternde Materialien zur Grenzsituation am Jungfernsee bereitstellt. Wer Bilder sucht, findet dort nicht nur ein einzelnes Bauwerk, sondern eine ganze Bildgeschichte des Grenzraums mit Pontonsperren, Kontrollbereichen, Uferveränderungen und Blickbezügen auf die gegenüberliegende Seite. Das ist für die heutige Wahrnehmung wichtig, denn der Turm wird selten isoliert betrachtet. Vielmehr steht er als Symbol für einen Abschnitt der Berliner Mauer, der nicht aus Beton in einer Innenstadt, sondern aus Wasser, Sperranlagen und Überwachung bestand. Gerade im Zusammenspiel mit den alten Villen, den ehemaligen Parkflächen und dem weiten See entsteht eine eindrucksvolle Kontrastwirkung, die auf Fotos besonders gut sichtbar wird. Historische Dokumentationen zeigen zudem, dass der heutige Blick auf den Ort nur verständlich ist, wenn man ihn mit seinen früheren Funktionen zusammenliest: Sicherheitsanlage, Grenzpunkt, Kontrollstation und Erinnerungsraum zugleich. Deshalb ist der Standort für Fotografie, Geschichtsinteresse und Stadtspaziergänge gleichermaßen spannend, auch wenn er bis heute eher ein stiller Ort des Nachdenkens als ein inszenierter Besuchermagnet ist. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Pass- und Zollkontrolle an der Bertini-Enge

Die eigentliche historische Bedeutung des Ehemaligen DDR-Grenzkontrollturms liegt in seiner Funktion als Teil der Wasser-Grenzübergangsstelle an der Bertini-Enge. Laut dem Projekt „Grenze Potsdam“ wurde 1964 an dieser Stelle ein Wasser-Grenzübergang eingerichtet, der der Pass- und Zollkontrolle des Binnenschifffahrtsverkehrs aus und nach West-Berlin diente. Die schmale Wasserpassage war für diesen Zweck besonders relevant, weil hier Schiffe auf ihrem Weg zwischen Potsdamer Havelraum, Jungfernsee und West-Berlin kontrolliert werden konnten. Zunächst versperrten zwei fest verankerte Kähne die Durchfahrt; ab 1974 wurden sie durch eine Schwimmsperre aus Pontons ersetzt, die mit versenkbaren Kettennetzen versehen war. Diese Konstruktion sollte ein Durchtauchen verhindern und machte deutlich, wie technisch aufwendig die Sicherung dieses Wassergrenzraums war. Das gesamte Territorium des Grenzübergangs umfasste laut Projektangaben rund 55 Hektar und wurde durch den Postenturm an der Bertini-Enge sowie einen weiteren Wachturm begrenzt. Vom Turm aus wurde eine Seilwinde bedient, mit der die Sperrnetze aus der Fahrrinne gezogen werden konnten, und Zoll- sowie Passkontrolleure durchsuchten die Transportschiffe mit Spürhunden. Zusätzlich war die Dieselhalle wichtig, weil sie die Stromversorgung für Beleuchtung, Signale, Sperranlagen und Alarm sicherstellte. Zum Dienstgebäude der Pass- und Zollabfertigung wurde das ehemalige Gebäude des ersten Potsdamer Wasserwerks genutzt; auf dem Gelände entstanden außerdem Aufenthaltsräume, eine Küche und eine Hundezwingeranlage. Die Anlage war also weit mehr als ein Beobachtungsturm: Sie war Teil eines hochorganisierten Kontrollsystems an einer der wichtigsten Wasserverbindungen zwischen Ost und West. ([grenze-potsdam.de](https://www.grenze-potsdam.de/stationen/s7de))

Bertinistraße, Jungfernsee und das Sperrgebiet der DDR

Um den Ort richtig einzuordnen, muss man die Bertinistraße und den Jungfernsee als historischen Landschaftsraum verstehen. Das Potsdam Museum beschreibt die Bertinistraße als ein Gebiet, das schon vor dem Mauerbau durch herrschaftliche Häuser, Villen und große Gartenanlagen geprägt war. Bis 1930 entstanden dort unter anderem die Villa Starck, die Villa Mendelssohn Bartholdy, die Villa Louis Hagen und die Villa Jacobs; gebaut wurden diese Anwesen von Bankiers, Industriellen und anderen wohlhabenden Eigentümern, die die besondere Lage am Wasser und die Nähe zu den königlichen Gärten schätzten. Mit dem Mauerbau 1961 änderte sich der Charakter des Orts radikal. Von 1961 bis 1990 lag die Bertinistraße mit dem gesamten Ufer des Jungfernsees im Hinterland der Grenze zu West-Berlin. Die Sperranlagen schnitten den öffentlichen Raum ab, machten aus Uferwegen einen Kontrollbereich und veränderten die Nutzung der Grundstücke tiefgreifend. Das Projekt „Grenze Potsdam“ erinnert außerdem daran, dass die Sperranlagen breite Schneisen durch den Neuen Garten schlugen und die historische Parkgestaltung beschädigten. Der heutige Blick auf den Jungfernsee, den Neuen Garten und die Bertinistraße ist daher immer auch ein Blick auf die Überlagerung von Kulturlandschaft und politischer Gewalt. Genau diese Spannung macht den Ort so besonders: Auf der einen Seite steht die elegante, parkähnliche Uferlandschaft des UNESCO-Welterbes, auf der anderen Seite die Erinnerung an die Abriegelung eines Bereichs, der einst öffentlich zugänglich war. Wer den Weg entlanggeht, erkennt deshalb nicht nur Architekturgeschichte, sondern auch, wie stark die deutsche Teilung in die Topographie Potsdams eingeschrieben wurde. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Was heute noch sichtbar und denkmalgeschützt ist

Heute ist der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm vor allem als Denkmal von Bedeutung. Das Projekt „Grenze Potsdam“ macht deutlich, dass der Postenturm an der Bertini-Enge unter Denkmalschutz steht und dass auch die erhaltenen Anlagen in der Dieselhalle zu den wenigen verbliebenen Bauteilen zählen. In den planungsrechtlichen Unterlagen der Landeshauptstadt Potsdam wird außerdem beschrieben, dass die Fläche der ehemaligen Grenzkontrollstelle auf den betreffenden Flurstücken im Dezember 2024 insgesamt unter Denkmalschutz gestellt wurde. Damit ist der Schutzumfang über einzelne Bestandteile hinaus erweitert worden und umfasst nun die Grenzanlagen der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die Grenzübergangsstelle Wasser an der Bertini-Enge mit Wachturm, Reste der Sperranlage, Beleuchtungsmasten, Spundwände und die Verlegung des Uferverlaufs. Solche Einträge sind wichtig, weil sie verdeutlichen, dass der historische Wert nicht nur im Turm selbst liegt, sondern im gesamten räumlichen Zusammenhang: in der alten Kaimauer, in den technischen Resten, im Uferverlauf und in der Lage der Kontrollanlagen. Der Denkmalwert ergibt sich aus der Zeugenschaft für die Geschichte und Topographie der deutschen Teilung. Gleichzeitig bleibt der Ort als Freiraum lesbar, weil nur noch wenige Überreste an die frühere Sperrzone erinnern. Gerade diese Mischung aus sichtbaren Spuren und absichtsvollem Schweigen erzeugt seine besondere Atmosphäre. Wer heute dort steht, sieht kein geschlossenes museales Ensemble, sondern eine Landschaft, in der die Vergangenheit nur an einzelnen Punkten hervortritt. Genau deshalb ist der Ort für Geschichtsinteressierte so eindrücklich: Er zeigt, wie Erinnerungsorte funktionieren, wenn sie nicht vollständig rekonstruiert, sondern in ihrer historischen Bruchstückhaftigkeit belassen werden. ([grenze-potsdam.de](https://www.grenze-potsdam.de/stationen/s7de))

Anfahrt, Spaziergang und Führungen zum historischen Grenzverlauf

Der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm lässt sich am besten als Teil eines historischen Spaziergangs erleben. Das Projekt „Grenze Potsdam“ bietet einen Audioguide und eine Stationenfolge, die von der Glienicker Brücke über Schwanenallee und Neuer Garten bis zur Bertinistraße führt. Die städtische Tour „Achtung, Sperrzone! Entlang des Potsdamer Grenzstreifens“ beschreibt denselben Zusammenhang und endet am damaligen Grenzkontrollpunkt an der Bertini-Enge. Für Besucherinnen und Besucher ist das besonders praktisch, weil dadurch nicht nur ein einzelner Punkt, sondern der gesamte frühere Grenzverlauf nachvollziehbar wird. Wer sich für Geschichte, Fotomotive und Stadtlandschaft interessiert, bekommt auf diesem Weg einen sehr guten Überblick über die Veränderungen zwischen 1961 und 1990. Die Stadt führt für den Rundgang eine Dauer von etwa zweieinhalb Stunden an und weist darauf hin, dass Tickets online, in den Tourist Informationen oder per E-Mail erhältlich sind. Auch wenn der Ort selbst kein klassisches Ausflugsziel mit Tagesbetrieb ist, lässt er sich sehr gut in einen Besuch von Glienicker Brücke, Neuer Garten und Jungfernsee einbauen. Für die Orientierung hilfreich sind außerdem die Informationsstelen entlang des ehemaligen Grenzstreifens, die im Rahmen des Projekts „Grenze Potsdam“ aufgestellt wurden. So entsteht ein Weg, der nicht nur an einen Kontrollturm erinnert, sondern an ein ganzes System aus Grenze, Kontrolle, Wasserverkehr und Stadtgeschichte. Wer den Ort besucht, sollte ihn deshalb als Teil einer größeren Erinnerungstopographie verstehen: als Verbindung von Geschichte, Landschaft und politischer Symbolik, die in Potsdam an kaum einem anderen Punkt so konzentriert zu erleben ist. ([potsdam.de](https://www.potsdam.de/de/veranstaltung/achtung-sperrzone-entlang-des-potsdamer-grenzstreifens-0))

Quellen:

Bevorstehende Veranstaltungen

Keine Veranstaltungen gefunden

Häufig gestellte Fragen

Bewertungen

DB

Divya Bhadauria

12. Oktober 2021

Potsdam ist wirklich schön, besonders an sonnigen Tagen. Ich habe diesen Ort kürzlich zum ersten Mal besucht und es hat mir absolut gefallen.

HA

Hannes

9. August 2020

Schöner Ort am Wasser. Normalerweise nicht überfüllt.

SH

Stefan Habermann

22. April 2023

It's always a bit strange to stand here and explain to the kids what this used to be. Still, it's one of the most beautiful spots in Potsdam. A great view towards the Glienicker Brücke or the Meierei. A really nice place to find some peace and escape the stressful everyday life.

MW

Mingyi Wang

1. Mai 2021

In Brandenburg und Berlin gibt es noch einige gut erhaltene Grenzkontrollentürme, auch am Wasser. Dieser hier an der engen Stelle vom Jungfernsee und mit einer Bunkeranlage(?) ist strategisch gut platziert, von wo aus man auch auf die Meierei im Neuen Garten gut blicken kann.

TS

Thomas Schmiedgen

26. Mai 2025

Sehr interessanter Ort, nur der vorbeiführende Veloweg sollte einmal asphaltiert werden. Die Grenzübergangstelle Nedlitz an der Bertinistraße war ein recht ungewöhnlicher Ort. Hier, an der sogenannten Bertini-Enge, wurden Tausende Schiffe von West nach Ost, aber auch von Westdeutschland nach Westberlin kontrolliert, die die Grenze 1,2 Kilometer südostwärts nahe der Glienicker Brücke passieren wollten. Es gab auch einen sehr regen Schiffsverkehr von Ost nach West: Sand, Schrott und Kohle wurden zwischen den beiden deutschen Staaten transportiert. Etwa auch Bauschutt aus Westberlin, der auf die DDR-Deponien nach Deetz und Ketzin gebracht wurde – natürlich gegen Devisen. Die Güst war die zentrale Übergangsstelle für diesen Schiffsverkehr, rund 4000 große Schlepper passierten beispielsweise im Jahr 1979 hier den Jungfernsee, das waren 15 bis 20 Schiffe pro Werktag. Die mussten mit großem Aufwand kontrolliert werden. Am Anfang waren dort zwei Kähne als Sperre mit einem Kettennetz als Sperre positioniert worden. 1974 wurde die Anlage dann professionell mit Schwimmpontons befestigt. Unter Wasser war ein hochziehbares Drahtseil mit Fangnetzen verborgen. Die Güst umfasste das Gelände zwischen dem alten Wasserwerk und der Villa Jacobs an der eigentlichen Bertini-Enge. Heute sind nur noch wenige Relikte der ehemaligen Grenzsicherungsanlagen vorhanden. Auf das Gelände der Villa Starck zog die Bootskompanie samt eines Hafens und einer Grenzkaserne, welche heute beide abgerissen sind. Auf der anderen Seite lag Sacrow, was damals ebenfalls DDR-Gebiet war. Trotzdem wurde das Ufer durch einen Grenzzaun und später die Mauer mit Todesstreifen abgesichert, schließlich konnte man von hier aus quer über die Havel bis Wannsee gelangen. Noch komplett erhalten ist der Beobachtungsturm an der Güst Nedlitz, der heute unter Denkmalschutz steht. Dem Turm kommt eine gewisse Bedeutung zu. Denn erhaltene Wachtürme sind entlang der ehemaligen Grenze heute sehr selten, die meisten stehen nicht mehr. Und: „Der Turm ist das Einzige, was bei dem kompletten Projekt bisher ganz sicher ist“, so Schmidtmann. Nach der umfangreichen Recherche ist die Historikerin auch zu neuen Erkenntnissen zu dem Areal gelangt: Acht Mal ist demnach hier eine Flucht zu DDR-Zeiten gelungen, meist schwimmend, teils mit Tauchausrüstung. Tote – wie etwa an der Glienicker Brücke – habe es glücklicherweise hier keine gegeben. Ein Wasserschutzpolizist war sogar so dreist, mit dem Patrouillenboot einfach in den Westen zu fahren. Revolver und Uniform hatte er zuvor buchstäblich an einen Nagel gehängt. Die Westbehörden schickten das Boot später leer in den Osten zurück. Auch ein betrunkener Grenzpolizist versuchte es mit einem Boot, wurde allerdings gefasst.