Ehemaliger DDR-Grenzkontrollturm
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Potsdam

Bertinistraße 20, 14469 Potsdam-Nördliche Vorstadt, Deutschland

Ehemaliger DDR-Grenzkontrollturm | Fotos & Potsdam

Der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm an der Bertinistraße 20 in Potsdam gehört zu den Orten, an denen sich Landschaft, Erinnerung und Stadtgeschichte unmittelbar überlagern. Wer nach Fotos, Bildern oder historischen Details sucht, stößt hier nicht auf eine klassische Sehenswürdigkeit mit Kassenhaus und Ausstellungsfläche, sondern auf einen offenen Erinnerungsort am Jungfernsee. Genau das macht den Reiz aus: Der Blick auf das Wasser, die Nähe zu den Villen der Bertinistraße und die wenigen erhaltenen Spuren der Grenzanlage verdichten die Geschichte der deutschen Teilung auf engstem Raum. Das Potsdam Museum beschreibt die Bertinistraße als einen Bereich mit herrschaftlichen Häusern und Villen, der ab 1961 im Hinterland der Grenze lag; das Projekt „Grenze Potsdam“ ordnet den Ort als Teil des ehemaligen Sperrgebiets ein und erinnert an die Wassergrenze zwischen Ost und West. Damit ist der Kontrollturm heute weniger ein einzelnes Bauwerk als ein Schlüsselpunkt, an dem man die Entwicklung von der vornehmen Uferlage zum abgeschirmten Grenzraum nachvollziehen kann. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Fotos und Bilder vom ehemaligen DDR-Grenzkontrollturm

Die Suche nach Fotos und Bildern des ehemaligen DDR-Grenzkontrollturms ist verständlich, denn die Anlage besitzt eine starke visuelle Wirkung. Der Ort liegt an einer Uferlinie, an der Natur, Architektur und historische Brüche sehr nah beieinander liegen. Genau deshalb ist er in der lokalen Erinnerungskultur so präsent: Das Potsdam Museum zeigt den Standort in einem Beitrag zur Bertinistraße, während das Projekt „Grenze Potsdam“ an mehreren Stationen historische Aufnahmen, Karten und erläuternde Materialien zur Grenzsituation am Jungfernsee bereitstellt. Wer Bilder sucht, findet dort nicht nur ein einzelnes Bauwerk, sondern eine ganze Bildgeschichte des Grenzraums mit Pontonsperren, Kontrollbereichen, Uferveränderungen und Blickbezügen auf die gegenüberliegende Seite. Das ist für die heutige Wahrnehmung wichtig, denn der Turm wird selten isoliert betrachtet. Vielmehr steht er als Symbol für einen Abschnitt der Berliner Mauer, der nicht aus Beton in einer Innenstadt, sondern aus Wasser, Sperranlagen und Überwachung bestand. Gerade im Zusammenspiel mit den alten Villen, den ehemaligen Parkflächen und dem weiten See entsteht eine eindrucksvolle Kontrastwirkung, die auf Fotos besonders gut sichtbar wird. Historische Dokumentationen zeigen zudem, dass der heutige Blick auf den Ort nur verständlich ist, wenn man ihn mit seinen früheren Funktionen zusammenliest: Sicherheitsanlage, Grenzpunkt, Kontrollstation und Erinnerungsraum zugleich. Deshalb ist der Standort für Fotografie, Geschichtsinteresse und Stadtspaziergänge gleichermaßen spannend, auch wenn er bis heute eher ein stiller Ort des Nachdenkens als ein inszenierter Besuchermagnet ist. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Pass- und Zollkontrolle an der Bertini-Enge

Die eigentliche historische Bedeutung des Ehemaligen DDR-Grenzkontrollturms liegt in seiner Funktion als Teil der Wasser-Grenzübergangsstelle an der Bertini-Enge. Laut dem Projekt „Grenze Potsdam“ wurde 1964 an dieser Stelle ein Wasser-Grenzübergang eingerichtet, der der Pass- und Zollkontrolle des Binnenschifffahrtsverkehrs aus und nach West-Berlin diente. Die schmale Wasserpassage war für diesen Zweck besonders relevant, weil hier Schiffe auf ihrem Weg zwischen Potsdamer Havelraum, Jungfernsee und West-Berlin kontrolliert werden konnten. Zunächst versperrten zwei fest verankerte Kähne die Durchfahrt; ab 1974 wurden sie durch eine Schwimmsperre aus Pontons ersetzt, die mit versenkbaren Kettennetzen versehen war. Diese Konstruktion sollte ein Durchtauchen verhindern und machte deutlich, wie technisch aufwendig die Sicherung dieses Wassergrenzraums war. Das gesamte Territorium des Grenzübergangs umfasste laut Projektangaben rund 55 Hektar und wurde durch den Postenturm an der Bertini-Enge sowie einen weiteren Wachturm begrenzt. Vom Turm aus wurde eine Seilwinde bedient, mit der die Sperrnetze aus der Fahrrinne gezogen werden konnten, und Zoll- sowie Passkontrolleure durchsuchten die Transportschiffe mit Spürhunden. Zusätzlich war die Dieselhalle wichtig, weil sie die Stromversorgung für Beleuchtung, Signale, Sperranlagen und Alarm sicherstellte. Zum Dienstgebäude der Pass- und Zollabfertigung wurde das ehemalige Gebäude des ersten Potsdamer Wasserwerks genutzt; auf dem Gelände entstanden außerdem Aufenthaltsräume, eine Küche und eine Hundezwingeranlage. Die Anlage war also weit mehr als ein Beobachtungsturm: Sie war Teil eines hochorganisierten Kontrollsystems an einer der wichtigsten Wasserverbindungen zwischen Ost und West. ([grenze-potsdam.de](https://www.grenze-potsdam.de/stationen/s7de))

Bertinistraße, Jungfernsee und das Sperrgebiet der DDR

Um den Ort richtig einzuordnen, muss man die Bertinistraße und den Jungfernsee als historischen Landschaftsraum verstehen. Das Potsdam Museum beschreibt die Bertinistraße als ein Gebiet, das schon vor dem Mauerbau durch herrschaftliche Häuser, Villen und große Gartenanlagen geprägt war. Bis 1930 entstanden dort unter anderem die Villa Starck, die Villa Mendelssohn Bartholdy, die Villa Louis Hagen und die Villa Jacobs; gebaut wurden diese Anwesen von Bankiers, Industriellen und anderen wohlhabenden Eigentümern, die die besondere Lage am Wasser und die Nähe zu den königlichen Gärten schätzten. Mit dem Mauerbau 1961 änderte sich der Charakter des Orts radikal. Von 1961 bis 1990 lag die Bertinistraße mit dem gesamten Ufer des Jungfernsees im Hinterland der Grenze zu West-Berlin. Die Sperranlagen schnitten den öffentlichen Raum ab, machten aus Uferwegen einen Kontrollbereich und veränderten die Nutzung der Grundstücke tiefgreifend. Das Projekt „Grenze Potsdam“ erinnert außerdem daran, dass die Sperranlagen breite Schneisen durch den Neuen Garten schlugen und die historische Parkgestaltung beschädigten. Der heutige Blick auf den Jungfernsee, den Neuen Garten und die Bertinistraße ist daher immer auch ein Blick auf die Überlagerung von Kulturlandschaft und politischer Gewalt. Genau diese Spannung macht den Ort so besonders: Auf der einen Seite steht die elegante, parkähnliche Uferlandschaft des UNESCO-Welterbes, auf der anderen Seite die Erinnerung an die Abriegelung eines Bereichs, der einst öffentlich zugänglich war. Wer den Weg entlanggeht, erkennt deshalb nicht nur Architekturgeschichte, sondern auch, wie stark die deutsche Teilung in die Topographie Potsdams eingeschrieben wurde. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Was heute noch sichtbar und denkmalgeschützt ist

Heute ist der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm vor allem als Denkmal von Bedeutung. Das Projekt „Grenze Potsdam“ macht deutlich, dass der Postenturm an der Bertini-Enge unter Denkmalschutz steht und dass auch die erhaltenen Anlagen in der Dieselhalle zu den wenigen verbliebenen Bauteilen zählen. In den planungsrechtlichen Unterlagen der Landeshauptstadt Potsdam wird außerdem beschrieben, dass die Fläche der ehemaligen Grenzkontrollstelle auf den betreffenden Flurstücken im Dezember 2024 insgesamt unter Denkmalschutz gestellt wurde. Damit ist der Schutzumfang über einzelne Bestandteile hinaus erweitert worden und umfasst nun die Grenzanlagen der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die Grenzübergangsstelle Wasser an der Bertini-Enge mit Wachturm, Reste der Sperranlage, Beleuchtungsmasten, Spundwände und die Verlegung des Uferverlaufs. Solche Einträge sind wichtig, weil sie verdeutlichen, dass der historische Wert nicht nur im Turm selbst liegt, sondern im gesamten räumlichen Zusammenhang: in der alten Kaimauer, in den technischen Resten, im Uferverlauf und in der Lage der Kontrollanlagen. Der Denkmalwert ergibt sich aus der Zeugenschaft für die Geschichte und Topographie der deutschen Teilung. Gleichzeitig bleibt der Ort als Freiraum lesbar, weil nur noch wenige Überreste an die frühere Sperrzone erinnern. Gerade diese Mischung aus sichtbaren Spuren und absichtsvollem Schweigen erzeugt seine besondere Atmosphäre. Wer heute dort steht, sieht kein geschlossenes museales Ensemble, sondern eine Landschaft, in der die Vergangenheit nur an einzelnen Punkten hervortritt. Genau deshalb ist der Ort für Geschichtsinteressierte so eindrücklich: Er zeigt, wie Erinnerungsorte funktionieren, wenn sie nicht vollständig rekonstruiert, sondern in ihrer historischen Bruchstückhaftigkeit belassen werden. ([grenze-potsdam.de](https://www.grenze-potsdam.de/stationen/s7de))

Anfahrt, Spaziergang und Führungen zum historischen Grenzverlauf

Der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm lässt sich am besten als Teil eines historischen Spaziergangs erleben. Das Projekt „Grenze Potsdam“ bietet einen Audioguide und eine Stationenfolge, die von der Glienicker Brücke über Schwanenallee und Neuer Garten bis zur Bertinistraße führt. Die städtische Tour „Achtung, Sperrzone! Entlang des Potsdamer Grenzstreifens“ beschreibt denselben Zusammenhang und endet am damaligen Grenzkontrollpunkt an der Bertini-Enge. Für Besucherinnen und Besucher ist das besonders praktisch, weil dadurch nicht nur ein einzelner Punkt, sondern der gesamte frühere Grenzverlauf nachvollziehbar wird. Wer sich für Geschichte, Fotomotive und Stadtlandschaft interessiert, bekommt auf diesem Weg einen sehr guten Überblick über die Veränderungen zwischen 1961 und 1990. Die Stadt führt für den Rundgang eine Dauer von etwa zweieinhalb Stunden an und weist darauf hin, dass Tickets online, in den Tourist Informationen oder per E-Mail erhältlich sind. Auch wenn der Ort selbst kein klassisches Ausflugsziel mit Tagesbetrieb ist, lässt er sich sehr gut in einen Besuch von Glienicker Brücke, Neuer Garten und Jungfernsee einbauen. Für die Orientierung hilfreich sind außerdem die Informationsstelen entlang des ehemaligen Grenzstreifens, die im Rahmen des Projekts „Grenze Potsdam“ aufgestellt wurden. So entsteht ein Weg, der nicht nur an einen Kontrollturm erinnert, sondern an ein ganzes System aus Grenze, Kontrolle, Wasserverkehr und Stadtgeschichte. Wer den Ort besucht, sollte ihn deshalb als Teil einer größeren Erinnerungstopographie verstehen: als Verbindung von Geschichte, Landschaft und politischer Symbolik, die in Potsdam an kaum einem anderen Punkt so konzentriert zu erleben ist. ([potsdam.de](https://www.potsdam.de/de/veranstaltung/achtung-sperrzone-entlang-des-potsdamer-grenzstreifens-0))

Quellen:

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Ehemaliger DDR-Grenzkontrollturm | Fotos & Potsdam

Der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm an der Bertinistraße 20 in Potsdam gehört zu den Orten, an denen sich Landschaft, Erinnerung und Stadtgeschichte unmittelbar überlagern. Wer nach Fotos, Bildern oder historischen Details sucht, stößt hier nicht auf eine klassische Sehenswürdigkeit mit Kassenhaus und Ausstellungsfläche, sondern auf einen offenen Erinnerungsort am Jungfernsee. Genau das macht den Reiz aus: Der Blick auf das Wasser, die Nähe zu den Villen der Bertinistraße und die wenigen erhaltenen Spuren der Grenzanlage verdichten die Geschichte der deutschen Teilung auf engstem Raum. Das Potsdam Museum beschreibt die Bertinistraße als einen Bereich mit herrschaftlichen Häusern und Villen, der ab 1961 im Hinterland der Grenze lag; das Projekt „Grenze Potsdam“ ordnet den Ort als Teil des ehemaligen Sperrgebiets ein und erinnert an die Wassergrenze zwischen Ost und West. Damit ist der Kontrollturm heute weniger ein einzelnes Bauwerk als ein Schlüsselpunkt, an dem man die Entwicklung von der vornehmen Uferlage zum abgeschirmten Grenzraum nachvollziehen kann. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Fotos und Bilder vom ehemaligen DDR-Grenzkontrollturm

Die Suche nach Fotos und Bildern des ehemaligen DDR-Grenzkontrollturms ist verständlich, denn die Anlage besitzt eine starke visuelle Wirkung. Der Ort liegt an einer Uferlinie, an der Natur, Architektur und historische Brüche sehr nah beieinander liegen. Genau deshalb ist er in der lokalen Erinnerungskultur so präsent: Das Potsdam Museum zeigt den Standort in einem Beitrag zur Bertinistraße, während das Projekt „Grenze Potsdam“ an mehreren Stationen historische Aufnahmen, Karten und erläuternde Materialien zur Grenzsituation am Jungfernsee bereitstellt. Wer Bilder sucht, findet dort nicht nur ein einzelnes Bauwerk, sondern eine ganze Bildgeschichte des Grenzraums mit Pontonsperren, Kontrollbereichen, Uferveränderungen und Blickbezügen auf die gegenüberliegende Seite. Das ist für die heutige Wahrnehmung wichtig, denn der Turm wird selten isoliert betrachtet. Vielmehr steht er als Symbol für einen Abschnitt der Berliner Mauer, der nicht aus Beton in einer Innenstadt, sondern aus Wasser, Sperranlagen und Überwachung bestand. Gerade im Zusammenspiel mit den alten Villen, den ehemaligen Parkflächen und dem weiten See entsteht eine eindrucksvolle Kontrastwirkung, die auf Fotos besonders gut sichtbar wird. Historische Dokumentationen zeigen zudem, dass der heutige Blick auf den Ort nur verständlich ist, wenn man ihn mit seinen früheren Funktionen zusammenliest: Sicherheitsanlage, Grenzpunkt, Kontrollstation und Erinnerungsraum zugleich. Deshalb ist der Standort für Fotografie, Geschichtsinteresse und Stadtspaziergänge gleichermaßen spannend, auch wenn er bis heute eher ein stiller Ort des Nachdenkens als ein inszenierter Besuchermagnet ist. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Pass- und Zollkontrolle an der Bertini-Enge

Die eigentliche historische Bedeutung des Ehemaligen DDR-Grenzkontrollturms liegt in seiner Funktion als Teil der Wasser-Grenzübergangsstelle an der Bertini-Enge. Laut dem Projekt „Grenze Potsdam“ wurde 1964 an dieser Stelle ein Wasser-Grenzübergang eingerichtet, der der Pass- und Zollkontrolle des Binnenschifffahrtsverkehrs aus und nach West-Berlin diente. Die schmale Wasserpassage war für diesen Zweck besonders relevant, weil hier Schiffe auf ihrem Weg zwischen Potsdamer Havelraum, Jungfernsee und West-Berlin kontrolliert werden konnten. Zunächst versperrten zwei fest verankerte Kähne die Durchfahrt; ab 1974 wurden sie durch eine Schwimmsperre aus Pontons ersetzt, die mit versenkbaren Kettennetzen versehen war. Diese Konstruktion sollte ein Durchtauchen verhindern und machte deutlich, wie technisch aufwendig die Sicherung dieses Wassergrenzraums war. Das gesamte Territorium des Grenzübergangs umfasste laut Projektangaben rund 55 Hektar und wurde durch den Postenturm an der Bertini-Enge sowie einen weiteren Wachturm begrenzt. Vom Turm aus wurde eine Seilwinde bedient, mit der die Sperrnetze aus der Fahrrinne gezogen werden konnten, und Zoll- sowie Passkontrolleure durchsuchten die Transportschiffe mit Spürhunden. Zusätzlich war die Dieselhalle wichtig, weil sie die Stromversorgung für Beleuchtung, Signale, Sperranlagen und Alarm sicherstellte. Zum Dienstgebäude der Pass- und Zollabfertigung wurde das ehemalige Gebäude des ersten Potsdamer Wasserwerks genutzt; auf dem Gelände entstanden außerdem Aufenthaltsräume, eine Küche und eine Hundezwingeranlage. Die Anlage war also weit mehr als ein Beobachtungsturm: Sie war Teil eines hochorganisierten Kontrollsystems an einer der wichtigsten Wasserverbindungen zwischen Ost und West. ([grenze-potsdam.de](https://www.grenze-potsdam.de/stationen/s7de))

Bertinistraße, Jungfernsee und das Sperrgebiet der DDR

Um den Ort richtig einzuordnen, muss man die Bertinistraße und den Jungfernsee als historischen Landschaftsraum verstehen. Das Potsdam Museum beschreibt die Bertinistraße als ein Gebiet, das schon vor dem Mauerbau durch herrschaftliche Häuser, Villen und große Gartenanlagen geprägt war. Bis 1930 entstanden dort unter anderem die Villa Starck, die Villa Mendelssohn Bartholdy, die Villa Louis Hagen und die Villa Jacobs; gebaut wurden diese Anwesen von Bankiers, Industriellen und anderen wohlhabenden Eigentümern, die die besondere Lage am Wasser und die Nähe zu den königlichen Gärten schätzten. Mit dem Mauerbau 1961 änderte sich der Charakter des Orts radikal. Von 1961 bis 1990 lag die Bertinistraße mit dem gesamten Ufer des Jungfernsees im Hinterland der Grenze zu West-Berlin. Die Sperranlagen schnitten den öffentlichen Raum ab, machten aus Uferwegen einen Kontrollbereich und veränderten die Nutzung der Grundstücke tiefgreifend. Das Projekt „Grenze Potsdam“ erinnert außerdem daran, dass die Sperranlagen breite Schneisen durch den Neuen Garten schlugen und die historische Parkgestaltung beschädigten. Der heutige Blick auf den Jungfernsee, den Neuen Garten und die Bertinistraße ist daher immer auch ein Blick auf die Überlagerung von Kulturlandschaft und politischer Gewalt. Genau diese Spannung macht den Ort so besonders: Auf der einen Seite steht die elegante, parkähnliche Uferlandschaft des UNESCO-Welterbes, auf der anderen Seite die Erinnerung an die Abriegelung eines Bereichs, der einst öffentlich zugänglich war. Wer den Weg entlanggeht, erkennt deshalb nicht nur Architekturgeschichte, sondern auch, wie stark die deutsche Teilung in die Topographie Potsdams eingeschrieben wurde. ([potsdam-museum.de](https://www.potsdam-museum.de/de/artikel/potsdam-bertinistrasse))

Was heute noch sichtbar und denkmalgeschützt ist

Heute ist der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm vor allem als Denkmal von Bedeutung. Das Projekt „Grenze Potsdam“ macht deutlich, dass der Postenturm an der Bertini-Enge unter Denkmalschutz steht und dass auch die erhaltenen Anlagen in der Dieselhalle zu den wenigen verbliebenen Bauteilen zählen. In den planungsrechtlichen Unterlagen der Landeshauptstadt Potsdam wird außerdem beschrieben, dass die Fläche der ehemaligen Grenzkontrollstelle auf den betreffenden Flurstücken im Dezember 2024 insgesamt unter Denkmalschutz gestellt wurde. Damit ist der Schutzumfang über einzelne Bestandteile hinaus erweitert worden und umfasst nun die Grenzanlagen der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die Grenzübergangsstelle Wasser an der Bertini-Enge mit Wachturm, Reste der Sperranlage, Beleuchtungsmasten, Spundwände und die Verlegung des Uferverlaufs. Solche Einträge sind wichtig, weil sie verdeutlichen, dass der historische Wert nicht nur im Turm selbst liegt, sondern im gesamten räumlichen Zusammenhang: in der alten Kaimauer, in den technischen Resten, im Uferverlauf und in der Lage der Kontrollanlagen. Der Denkmalwert ergibt sich aus der Zeugenschaft für die Geschichte und Topographie der deutschen Teilung. Gleichzeitig bleibt der Ort als Freiraum lesbar, weil nur noch wenige Überreste an die frühere Sperrzone erinnern. Gerade diese Mischung aus sichtbaren Spuren und absichtsvollem Schweigen erzeugt seine besondere Atmosphäre. Wer heute dort steht, sieht kein geschlossenes museales Ensemble, sondern eine Landschaft, in der die Vergangenheit nur an einzelnen Punkten hervortritt. Genau deshalb ist der Ort für Geschichtsinteressierte so eindrücklich: Er zeigt, wie Erinnerungsorte funktionieren, wenn sie nicht vollständig rekonstruiert, sondern in ihrer historischen Bruchstückhaftigkeit belassen werden. ([grenze-potsdam.de](https://www.grenze-potsdam.de/stationen/s7de))

Anfahrt, Spaziergang und Führungen zum historischen Grenzverlauf

Der Ehemalige DDR-Grenzkontrollturm lässt sich am besten als Teil eines historischen Spaziergangs erleben. Das Projekt „Grenze Potsdam“ bietet einen Audioguide und eine Stationenfolge, die von der Glienicker Brücke über Schwanenallee und Neuer Garten bis zur Bertinistraße führt. Die städtische Tour „Achtung, Sperrzone! Entlang des Potsdamer Grenzstreifens“ beschreibt denselben Zusammenhang und endet am damaligen Grenzkontrollpunkt an der Bertini-Enge. Für Besucherinnen und Besucher ist das besonders praktisch, weil dadurch nicht nur ein einzelner Punkt, sondern der gesamte frühere Grenzverlauf nachvollziehbar wird. Wer sich für Geschichte, Fotomotive und Stadtlandschaft interessiert, bekommt auf diesem Weg einen sehr guten Überblick über die Veränderungen zwischen 1961 und 1990. Die Stadt führt für den Rundgang eine Dauer von etwa zweieinhalb Stunden an und weist darauf hin, dass Tickets online, in den Tourist Informationen oder per E-Mail erhältlich sind. Auch wenn der Ort selbst kein klassisches Ausflugsziel mit Tagesbetrieb ist, lässt er sich sehr gut in einen Besuch von Glienicker Brücke, Neuer Garten und Jungfernsee einbauen. Für die Orientierung hilfreich sind außerdem die Informationsstelen entlang des ehemaligen Grenzstreifens, die im Rahmen des Projekts „Grenze Potsdam“ aufgestellt wurden. So entsteht ein Weg, der nicht nur an einen Kontrollturm erinnert, sondern an ein ganzes System aus Grenze, Kontrolle, Wasserverkehr und Stadtgeschichte. Wer den Ort besucht, sollte ihn deshalb als Teil einer größeren Erinnerungstopographie verstehen: als Verbindung von Geschichte, Landschaft und politischer Symbolik, die in Potsdam an kaum einem anderen Punkt so konzentriert zu erleben ist. ([potsdam.de](https://www.potsdam.de/de/veranstaltung/achtung-sperrzone-entlang-des-potsdamer-grenzstreifens-0))

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